Unser neuer Ehrentabler Björn Richerzhagen

23.07.2018

Unser neuer Ehrentabler Björn Richerzhagen erzählt uns von der Ausgründung des RT178 und seinem persönlichem Weg während und nach Round Table.

1. Björn du warst viele Jahre bei verschiedenen Round-Table-Tischen in Deutschland. Für die, die dich trotzdem noch nicht kennen, stell dich doch kurz vor.

Mein Name ist Björn Richerzhagen und ich lebe mit meiner Familie (Frau Kirsten, Tochter und Sohn) in Berlin Pankow. Im Jahre 2010 bin als Tabler bei Round Table 44 Berlin gestartet. Damals waren wir sechs Tischmitglieder und der Tisch wäre beinahe aufgelöst worden. Dank des Engagements meines RT-Mentors, Christoph Jöckel, konnte der Mitgliederschwund ins Gegenteil gedreht werden. Von ihm habe ich das Tabler-Leben kennengelernt und auch Zugang zu anderen Tischen national und international erhalten. Seit dieser Zeit liebe ich das Reisen und somit den Austausch mit anderen Tablern aus andere Städten und anderen Ländern.

Beruflich bin ich als Berater für modellgetriebenes Management unterwegs und habe mein eigenes Unternehmen MINAUTICS. Die Beratertätigkeit hat mir häufig die Gelegenheit gegeben auch beruflich zu reisen. Dies habe ich immer genutzt, um auch andere lokale Tische an meinen Reiseorten zu besuchen.

Unser Ehrentabler Björn Richerzhagen aus Reisen (Dublin)| Round Table 44 Berlin

2. Du giltst als Mitinitiator und treibende Kraft hinter der Abspaltung des RT178 aus dem RT44. Was hat seiner Zeit zu der Überlegung geführt und was hat dich bewogen dich so für das Projekt einzusetzen?

Wenn man das Tischleben mit sechs Mitgliedern kennt, dann fallen einem Unterschiede auf, wenn ein Tisch auf einmal 26 Mitglieder hat und noch weitere Aspiranten warten. Jüngere Mitglieder werden das nicht - vielleicht noch nicht - nachvollziehen können, aber neben organisatorischen Themen ist auch die Pflege der Freundschaften an einem sehr großen Tisch einfach schwierig. Ich erinnere mich an Zeiten, da kannte ich von allen Tablern die Geburtstage, den Namen der Partner und der Kinder und auch deren Geburtstage. Dies soll nur ein plakatives Beispiel sein. Diese enge freundschaftliche Beziehung ist zwischen sechs Mitgliedern möglich, zwischen 26 aber nicht aufrecht zu erhalten. Für mich ein wichtiger Grund für die Ausgründung.

Außerdem war auch die Koordination der gemeinsamen Aktivitäten nicht mehr so einfach. Zum einen konnte man sich in einer großen Gruppe leichter verstecken, zum anderen steigt der Kommunikationsaufwand immens um alle immer up-to-date zu halten.

Das wichtigste Argument stammt aber aus den Zielen von Round Table Deutschland. Die Verbreitung von Round Table ist dort ein Ziel und wir hatten in Berlin die kritische Masse erreicht, um einen weiteren Tisch zu gründen. Diese historische Gelegenheit musste genutzt werden, um den fünften Tisch in der Stadt zu etablieren.

Unser Ehrentabler Björn Richerzhagen | Round Table 44 Berlin

3. Von dem ersten Gedanken bis zu einem neuen funktionierenden Tisch ist es ein langer Weg. Mit welchen Hürden saht ihr euch in der Zeit konfrontiert?

In der Retrospektive werde ich vielleicht nicht mehr alle zusammenkriegen. Aber eine Auswahl habe ich durchaus noch präsent:

  • Die richtigen Leute anzusprechen war nicht ganz einfach. Zum richtigen Zeitpunkt mussten die richtigen Tabler angesprochen werden, die bereit wären, ein solches Unterfangen voranzutreiben. Es bedurfte mehrerer Anläufe, um den Nukleus an Tablern zu Ausgründung zu finden und zu motivieren. Auf der anderen Seite musste die Kommunikation an die verbleibenden Tischmitglieder aufgebaut und wohl dosiert werden, um keine Empfindlichkeiten zu schüren. Am Ende ist uns beides gelungen, wenngleich auch nicht alles beim ersten Versuch. Das umsichtige Präsidium des Eltern-Tisches hat uns hier und da unterstützen müssen. Wir arbeiten aber auch noch heute daran, die Richtigen an den Tisch zu holen, beziehungsweise die aktiven Tabler auf die Ziele unserer Organisation auszurichten. Aber dies ist wohl eine fortlaufende Arbeit.

  • Den Ausgründungsprozess zu verstehen und die Anforderungen entsprechend umzusetzen bedurfte der engen Abstimmung mit dem Deutschland-Präsidium. Dies hat sicher einige kommunikative Extraschleifen verursacht. Die Unterstützung des nationalen Präsidiums hat aber immer zur Klärung beigetragen.

  • Systemisch nötig war es, dass wir den neuen Tisch auch im Online-System anlegen mussten. Dies war zur Koordination sehr hilfreich, jedoch gab es eine Zeitspanne, in der wir von einigen Kommunikationskanälen am eigenen Tisch, aber auch auf Deutschland-Ebene abgeschnitten waren. Dies hat an der einen oder anderen Stelle etwas Verwirrung verursacht. Telefonisch hat man alles klären können, aber man musste erstmal realisieren, in welche Kommunikationskette was schief gelaufen ist.

  • Den Gründungsakt haben wir mit unserer Weihnachtsfeier zusammenlegen können, die eigentlich Charter aber, war etwas anderes. Hier wollten wir etwas Besonderes machen, was auch den Charakter des Tisches repräsentieren sollte (und sich somit auch abheben sollte vom Eltern-Tisch). Die Vorbereitungen dafür waren sehr intensiv, die zur Verfügung stehende Zeitspanne dagegen knapp. Aber wir haben es nicht anders gewollt. Wir wollten die Ausgründung so schnell wie möglich durchführen, so dass wieder etwas Ruhr in das Berliner Tabler-Leben kommen konnte. Auch das Planungsrisiko war immens. Ein Großteil der Anmeldungen kam kurz vor knapp, teilweise noch am Veranstaltungstag selbst. Hier wäre mein Appell an alle Tabler sich früher zu entscheiden und sich dann auch anzumelden. Auf Vermutungen hin finanzielle Verpflichtungen in nicht-unerheblicher Höhe einzugehen verträgt nicht mehr jedes Herz.

4. Gab es in der Zeit ein persönliches Highlight für dich? Worin lag der größte Spaß oder was waren die tollsten Momente?

Es kommt darauf an, was Du mit "in der Zeit" meinst. Wenn Du meine Jahre als Tabler meinst, wären es unzählbare. Um ein paar zu nennen: Meine Reise nach Rumänien im Kontext des Weihnachtspäckchenkonvois war sicher eine lebensverändernde Erfahrung, die regelmäßigen Einsätze in der Suppenküche in Pankow waren auch jedes Mal ein Highlight. Auch die vielen Reisen nah und fern gehören dazu. Meine Reise zum AGM nach Zambia sticht da sicher heraus.

Wenn Du mit "in der Zeit" die Zeit der Ausgründung meinst, war sicher die Charter auf der ich als Ehrentabler des RT44 ernannt wurde mein persönliches Highlight. Wir haben über Monate darauf hingearbeitet, Höhen und Tiefen durchlebt und am Ende eine ganz ansehnlich organisierte Veranstaltung auf die Beine gestellt. Das Feedback war durchweg positiv. Dass ich an dem Abend dann noch als Ehrentabler geehrt wurde, war für mich etwas sehr Besonderes.

Unser Ehrentabler Björn Richerzhagen | Round Table 44 Berlin5. Wie schon erwähnt haben wir alle Ende Juni die Charter des neuen Berliner Tisches gefeiert. Wie war die Party und ist das Projekt RT178 damit geschafft und kann als erfolgreich angesehen werden?

Den Erfolg würde ich nicht so sehr an der Party festmachen (wenngleich diese wohl sehr gut war). Die Einrichtung eines neuen funktionierenden Tisches in Berlin scheint geglückt zu sein. Es gibt beim RT178 derzeit 16 aktive Tabler, die sich bereits jetzt oder in der nächsten Zeit ihren Projekten verstärkt widmen werden. Damit haben wir in Berlin einen sehr großen Hebel gezogen, um Charity-Aktivitäten in unserer geliebten Hautstadt über Jahre hinweg zu stärken. Ich bin sehr zuversichtlich, dass auch der neue Tisch bald als Service-Club in Berlin wahrgenommen wird.

Wir wünschen unserem Ehrentabler Björn Richerzhagen immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel | Round Table 44 Berlin6. So wie für den neuen Tisch hast du dich in deiner Zeit bei Round Table immer sehr engagiert und wurdest dafür vom RT44 zum Ehrentabler ernannt. Was überwiegt nun mehr? Die Freude darüber, oder die Wehmut, dass - zumindest die aktive - Zeit bei Round Table zu Ende geht?

Wie gesagt, über die Auszeichnung freue ich mich sehr. Mir hat es stets Spaß gemacht, meinen Beitrag zur Organisation und zu unserer Bewegung zu leisten. Die acht Jahre meiner Mitgliedschaft waren intensiv. Ich habe unzählige Menschen durch Round Table kennengelernt, an unterschiedlichen Projekten (von groß bis klein) mitgewirkt und viel meiner Freizeit investiert. Aber auch das Leben außerhalb von Round Table hat sich natürlich weiterentwickelt. Ich bin mittlerweile Vater von zwei Kindern und habe gemeinsam mit meiner Frau Kirsten eine fantastische Familie gegründet. Hier warten jeden Tag mindestens zwei Menschen auf mich und meinen Einsatz. Und ich freue mich nun auch darauf mich dem stärker zu widmen. Insofern freue ich mich auf diesen Lebensabschnitt nach Round Table. Zu keiner Zeit werde ich aber vergessen, was Round Table mir über Jahr alles gegeben hat: Freunde, internationale Kontakte, kulturelle Einblicke, das Selbstvertrauen auch große Projekte mit den richtigen Personen bewältigen zu können, ein Verantwortungsgefühl für mich, meine Lieben, aber eben auch für meine Community, in der ich mich bewege. Ein bisschen Wehmut ist also durchaus vorhanden.

Ich werde Round Table aber auch als Ü40er erhalten bleiben. Am Tisch werde ich gelegentlich mal nach dem Rechten sehen und sonst auch Mitglied in der unser Nachfolge-Organisation Tabler41 werden.

Pressekontakt:

Round Table 44 Berlin | Christian Mietzner | pro@rt44.de
Text: Björn Richerzhagen & Christian Mietzner
Foto: Anna Nesterenko & Norman Wensky

Kategorie: RT44